Und jetzt kommen wir zu den Begriffen, die wahrscheinlich dafür sorgen, dass Nicht-Kletterer in einer Boulderhalle gelegentlich etwas verwirrt schauen.
„Allez, allez!“
Allez ist Französisch und bedeutet ungefähr:
„Los!“, „Komm!“ oder „Weiter!“
Beim Klettern wird es als Anfeuerungsruf verwendet.
Besonders bei internationalen Wettkämpfen hört man regelmäßig:
„ALLEZ! ALLEZ! ALLEZ!“
Wie oft man „Allez“ hintereinander rufen muss, ist wissenschaftlich bislang nicht abschließend geklärt.
„Gamba!“
Auch „Gamba!“ ist in Teilen der Kletterszene als Anfeuerungsruf zu hören.
Das Wort kommt aus dem Italienischen und bedeutet eigentlich Bein.
Sinngemäß soll der Ruf daran erinnern, die Beine einzusetzen beziehungsweise weiterzukämpfen.
Und tatsächlich ist:
„Benutz deine Beine!“
wahrscheinlich einer der häufigsten Ratschläge, die Anfänger beim Klettern hören.
„Psyche!“
Psyche! oder „Psyched!“ bedeutet in der Kletterszene ungefähr:
motiviert, begeistert, voller Vorfreude.
Beispiel:
„Ich bin richtig psyched auf das Projekt.“
Oder:
„Der neue Boulder macht mich mega psyched.“
Was bedeutet Send?
Ein Send ist eine erfolgreiche Begehung.
Wenn du dein Projekt endlich kletterst:
„I sent it.“
Daraus entstehen auch Begriffe wie:
Send Go: der erfolgreiche Versuch.
Sending Season: die vermeintlich perfekte Jahreszeit für harte Projekte.
Was ist ein Dab?
Ein Dab passiert beim Bouldern, wenn du während eines Versuchs etwas berührst, das nicht zum Boulder gehört.
Zum Beispiel:
- Boden
- Crashpad
- benachbarter Boulder
- Baum
- Spotter
Dann ist der Versuch streng genommen nicht mehr sauber.
Besonders tragisch:
Du hältst den letzten Zug deines Projekts – und dein Fuß streift ganz leicht das Crashpad.
Dab.
Was ist ein Barn Door?
Barn Door bedeutet wörtlich Scheunentor.
Beim Klettern beschreibt es den Moment, in dem dein Körper unkontrolliert seitlich von der Wand aufschwingt – ungefähr wie eine Tür, die sich öffnet.
Gegenmittel können unter anderem sein:
- Flaggen
- Heel Hook
- Toe Hook
- bessere Fußposition
- Körperspannung
Was ist ein Elvis Leg?
Das Elvis Leg kennt vermutlich jeder, der schon einmal deutlich über seinem letzten Haken stand.
Ein Bein beginnt plötzlich unkontrolliert zu zittern.
Wie Elvis auf der Bühne.
Meistens hilft:
- kurz entspannen
- Ferse absenken
- Gewicht besser verteilen
- weiteratmen
Panik macht es selten besser.
Was bedeutet Pump?
Der Pump ist das typische Gefühl komplett erschöpfter Unterarme beim Klettern.
Die Unterarme werden hart, die Finger wollen nicht mehr richtig schließen und plötzlich fühlt sich selbst der größte Henkel erstaunlich klein an.
Dann heißt es:
Shake out.
Was bedeutet Shake Out?
Beim Shake Out versuchst du während einer Route einen Arm zu entspannen und auszuschütteln.
Idealerweise findest du dafür eine gute Rastposition und wechselst anschließend die Arme.
Profis sehen dabei entspannt aus.
Anfänger sehen dabei manchmal aus, als würden sie verzweifelt versuchen, Wasser von ihren Händen zu schleudern.
Was bedeutet Sandbagged?
Ein Boulder oder eine Route ist sandbagged, wenn sie sich für den angegebenen Schwierigkeitsgrad ungewöhnlich schwer anfühlt.
Zum Beispiel:
„Das soll 6B sein?!“
Willkommen im Sandbag.
Das Gegenteil wird häufig als soft bezeichnet.
Eine „soft 7A“ fühlt sich also vergleichsweise leicht für 7A an.
Was bedeutet Highball?
Ein Highball ist ein ungewöhnlich hoher Boulder.
Da mit zunehmender Höhe auch die Konsequenzen eines Sturzes größer werden, verschwimmt bei sehr hohen Highballs die Grenze zwischen Bouldern und Free Solo teilweise.
Highball bedeutet deshalb nicht einfach nur:
mehr Crashpads.
Sondern häufig auch:
mehr Kopf.
Was ist ein Sit Start?
Beim Sit Start beginnt ein Boulder sehr tief beziehungsweise tatsächlich sitzend am Boden.
Die vorgeschriebenen Startgriffe und -tritte bestimmen, ab wann der Versuch zählt.
Was bedeutet „No Hands“?
Eine No-Hand-Restposition ist eine Stelle in einer Route, an der du dich so positionieren kannst, dass du keine Hand zum Festhalten brauchst.
Zum Beispiel durch:
- Klemmen
- Stemmen
- gute Balance
Im Idealfall kannst du dort beide Arme ausschütteln und dich erholen.
Und dich fragen, warum du die letzten fünf Meter so viel Kraft verschwendet hast.